Haben Sie meine letzten beiden Artikel gelesen? In Teil 1 habe ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Traditionell Chinesische Medizin (TCM) gegeben. Anschließend – in Teil 2 – haben Sie etwas über die Grundlagen erfahren.

Heute erfahren Sie, wie eine TCVM-Untersuchung in meiner Praxis aussieht. Wenn Sie schon bei einem anderen Therapeuten waren, werden Sie sicherlich Unterschiede in der Vorgehensweise feststellen. Das rührt daher, dass jeder Therapeut seinen eigenen Schwerpunkt hat und entsprechend vorgeht.

„Ihr Liebling“ ist zunächst einmal Zuschauer, während wir in Gespräch kommen.. Bevor ich mich Ihrem Liebling zuwende, benötige ich erst einmal einige Informationen von Ihnen. Diese Informationen sind für eine erfolgreiche Behandlung wichtig. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Akupunkturnadeln

 

  • Haltung
    • bei Pferden – Offenstall, Boxenhaltung, Aktivlaufstall, ...
    • bei Hunden – Wohnung, Zwinger, jagdliche oder sportliche Nutzung, …
  • Fütterung
    • bei Pferden – Heu, Silage, Kraftfutter, …
    • bei Hunden – Trockenfutter, Nassfutter, BARF, …
  • Speziell bei Hunden – Anzahl der Geschwister und Anzahl vorheriger Würfe
  • Charaktereigenschaft, Vorlieben
  • Anzahl möglicher Vorbesitzer. Was war der Grund für die Abgabe? Wie war die vorherige Nutzung/der Einsatz?
  • Bisherige Krankheiten und durchgeführte Medikation
  • Bisherige Therapieversuche des aktuellen Problems
  • u. v. a.

Dieses Gespräch ist ein wichtiger Baustein für die Behandlung und kann daher bei Neupatienten durchaus 1 ½ - 2 Stunden dauern. Planen Sie sich also bitte genügend Zeit ein, Zeit die sinnvoll investiert ist.

 

Akupunktur bei einem Pferd

Danach steht Ihr Liebling im Mittelpunkt.  Im Besonderen sind für mich die Schleimhäute (Augen- und Maulschleimhaut) und der Puls wichtig. Aber auch der Allgemeinzustand des Tieres muss wahrgenommen werden, das Fell, die Hufe und Krallen, die Ausscheidung, …. All diese Informationen geben mir Auskunft über den Zustand des Tieres, sie helfen bei der TCM-Diagnosefindung und sind wichtig für die Zuordnung nach den Fünf Elementen, nach Yin und Yang, nach Organen, ….

Anschließend erarbeite ich ein Therapiekonzept und suche passende Akupunkturpunkte. Jedes Lebewesen ist ein Individuum, deshalb entscheide ich auch immer sehr individuell wie ich akupunktiere – entweder mit Nadeln, Laser oder auch durch Akupressur (Stimulation von Akupunkturpunkten mittels Massage). Dabei achte ich auch darauf, was das Tier zulässt und „wünscht“. Manche Tiere zeigen sehr deutlich, was sie mögen oder eben auch nicht.

Auch wenn wir - Sie als Besitzer und ich als Therapeut – uns eine Akupunkturbehandlung wünschen oder planen, kann sich durchaus im Lauf der Untersuchung ergeben, dass eine andere Therapieform sinnvoller ist.

Und, alles halb so wild, oder? Sind Sie neugierige wie das in „Echt“ abläuft? Dann nehmen Sie den Hörer in die Hand und rufen mich an. Ich freu mich darauf!

Vorfreudige Grüße

Nina Schmidt

Moxastangen mit Akupunkturnadeln